Wenn ich einmal reich wär'....

Reich wär ich schon gerne, Sie vielleicht auch, der reichste Mann der Welt sein vielleicht sogar. Jakob Fugger zum Beispiel, um 1500 mit einem auf heute umgerechneten Vermögen von 400 Milliarden Euro. Würden Sie mit dem tauschen wollen? Allerdings hätten sie den Winter dann in einem ziemlich kühlen Haus verbringen müssen ohne Strom und fließendes Wasser.

Oder würden Sie lieber mit dem ebenfalls sagenhaft reichen Nathan Rothschild aus Frankfurt tauschen? Leider hatte er 1836 das Pech, nach einem kleinen Schnitt an einer Sepsis zu sterben. Heute würde er mit Antibiotika für wenige Euro problemlos überleben.

Der Journalist Olaf Gersemann hat in einem Artikel mit diesen beiden Beispielen illustriert, wie unklar der Begriff des Reichtums ist. Offenbar ist er nur relativ zu verstehen. Und es geht dabei nicht nur um Geld, sondern auch um das Glück, das es beutetet, heute in Deutschland zu leben und nicht 1640 auf der Schwäbischen Alb oder um 800 als Kaiser auf einem kalten Thron in Worms sitzen zu müssen.

Leider hat Gersemann den Gedanken nicht weiter gesponnen. Vermutlich werden uns im 23. Jahrhundert sogar die Menschen im heute armen Afrika bedauern, wie ärmlich und kränkelnd wir Europäer im 21. Jahrhundert noch gelebt haben. 

Doch das ist spekulativ. Ich bleibe da lieber beim Apostel Paulus, der mit Gottes Gnade zufrieden ist, die in den Schwachen mächtig ist. Man könnte auch sagen: Genießen wir, was wir heute haben und was uns heute reich macht - und wenn wir anderen, die weniger haben, davon abgeben können, dann genügt das uns offenbar allemal.

Matthias Treiber