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12.03.2016

Nicht ängstlich sein, sondern gestalten

Bezirkssynode im Zeichen kirchlicher Jugendarbeit

Jugendpfarrerin Christine Marschall informiert die Synodalen über die Situation kirchlicher Jugendarbeit (Foto: Treiber)

Immer weniger Schüler sind evangelisch, dennoch sinkt die Zahl der Kinder, die am evangelischen Religionsunterricht teilnehmen, kaum. Auf diese erfreuliche Tatsache machte der Heilbronner Schuldekan Jürgen Heuschele in seinem Jahresbericht aufmerksam, den er am vergangenen Freitag vor der Evangelischen Kirchenbezirkssynode abgab, die im Gemeindehaus auf den Sachsenäckern tagte. 

Während in den vergangenen zehn Jahren die Zahl der evangelisch getauften Schüler um 28 Prozent sank, verringerte sich die Zahl der Schüler, die am  evangelischen Religionsunterricht teilnehmen, nur um 2,5 Prozent. Insgesamt sind 22,6 Prozent der Teilnehmer am evangelischen Religionsunterricht nicht getauft. 

Als Beispiel für die Herausforderung des Religionsunterricht stellt Heuschele die Situation an der Dammgrundschule dar. Von den 273 Kindern sind noch 14 evangelisch, am evangelischen Religionsunterricht nehmen 46 Kinder teil. Von 167 muslimischen Kindern besuchen 128 den islamischen Religionsunterricht. Der Schuldekan rief dazu auf, diesen Entwicklungen nicht ängstlich zu begegnen, sondern die Veränderungen zu gestalten.

Einen Überblick über die kirchliche Jugendarbeit im Kirchenbezirk Heilbronn, der die Gemeinden zwischen Bad Wimpfen und Ilsfeld umfasst, gaben im Anschluss Jugendpfarrerin Christine Marschall und Niklas Müller, Vorsitzender des Ev. Jugendwerks. An den regelmäßigen Gruppen nehmen 1386 Kinder und Jugendliche teil, 9525 werden durch Einzel- und Freizeitangebote erreicht. 1891 Mitarbeiter sind in diesen Bereichen tätig. Dabei sei die Zahl der Teilnehmer in den vergangenen Jahren bezogen auf die Gesamtzahl der Kinder nicht gesunken.

Dennoch sei die Veränderung der Schullandschaft auch für die kirchliche Jugendarbeit die größte Herausforderung. Durch die Ganztagesschule hätten die Kinder immer weniger Zeit für außerschulische Aktivitäten wie zum Beispiel in Jugendgruppen. Auf der anderen Seite stünden durch die Verkürzung der Gymnasialzeit auch weniger ehrenamtliche Mitarbeiter zur Verfügung. Gefragt seien deshalb Kooperationen wie zwischen der Wartbergschule und der Nikolaigemeinde.

Neben den 2421 ehrenamtlich Mitarbeitenden bei Aktivitäten der Jugendarbeit gibt es im Kirchenbezirk Heilbronn Diakone, die als Jugendreferenten professionell für und mit den Jugendlichen arbeiten. Derzeit sind dies 6,5 Stellen. Hinzu kommen noch 1,5 Stellen von Diakonen, die im Bereich der Seniorenarbeit tätig sind. Infolge personeller Änderungen muss die Kirchenbezirkssynode im Herbst entscheiden, ob und wie die Stellen neu verteilt werden. Den Vertretern der Kirchengemeinden wurde die Aufgabe mit auf den Weg gegeben, darüber in den örtlichen Gremien zu beraten.


Autor/Autorin: Matthias Treiber

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