Abendmahl

Der Altar ist der Tisch des Abendmahls

Seit den Anfängen wird im Christentum das Abendmahl gefeiert. Es erinnert an Jesu letztes Mahl mit seinen Jüngern, bei dem Brot gegessen und Wein getrunken wurde. 

 

In der römisch-katholischen Kirche ist die Feier des Abendmahls fester Bestandteil eines jeden Gottesdienstes, während sich in der evangelischen Kirche die Praxis herausgebildet hat, es wenigstens einmal im Monat zu feiern.

 

Das Abendmahlsverständnis der evangelischen Kirche hat sich in der Auseinandersetzung Martin Luthers mit seiner katholischen Kirche entwickelt. Luther hatte sich dagegen gewandt, das Abendmahl als Opfer zu verstehen (daher der Name „Messopfer“), das der Priester Gott darbringt.

 

Was im Abendmahl geschieht, spricht den Menschen mit all seinen Sinnen an, doch lässt sich nicht alles mit letzter Genauigkeit erklären. Nach lutherischer Auffassung ist wohl folgendes gemeint:

1. Gott kommt den Teilnehmern am Abendmahl näher als diese sich selbst nahe zu sein vermögen.

2. Gemeinschaft mit Gott ist nicht nur eine Denkerfahrung, sondern bezieht sich auf Leib und Seele.

3. Mit dem Abendmahl bekommen Menschen neue Kraft für ihr Leben.

 

Trotz vieler Übereinstimmungen in Lehre und Praxis des Abendmahls feiern die Kirchen es nicht gemeinsam. Zur Praxis der evangelischen Landeskirchen, alle Getauften einzuladen, gibt es in der römisch-katholischen Kirche sowie in den orthodoxen Kirchen keine Entsprechung. Traditionell war in der evangelischen Kirche die Zulassung zum Abendmahl mit der Konfirmation verbunden. Inzwischen hat sich die Auffassung durchgesetzt, dass auch getaufte Kinder an den Tisch des Herrn eingeladen sind.

 

(Text: EKD)