Jeder verdient Liebe

Der schönste Film, den ich in diesem Jahr gesehen habe, war zweifellos „Stan & Ollie“, eine britische Filmbiographie über das Komikerpaar Stan Laurel und Oliver Hardy. In ihren zahlreichen Filmen, die zwischen 1920 und 1950 entstanden, verkörperte Laurel die einfältig-kindliche Figur, während Hardy als sein leicht wichtigtuerischer, väterlicher Partner darunter leiden muss.     Im richtigen Leben war es übrigens etwas anders. Der vermeintlich naive Stan war in Wirklichkeit der kreative Kopf des Duos, der in zahlreichen Filmen auch selbst Regie führte, während Ollie vor allem Schauspieler war.    In Deutschland wurden Filmausschnitte ab 1970 unter dem Titel „Dick & Doof“ vom ZDF ausgestrahlt. So idiotisch, irreführend und diskriminiernd der deutsche Titel der Serie auch war, die Off-Kommentare von Hans-Dieter Hüsch habe ich als äußerst sprachgewandt in Erinnerung.    Geprägt hat mich diese Fernsehserie in jedem Fall und der Humor funktioniert bis heute. Wichtig ist mir vor allem ihre Botschaft geblieben: Egal wie chaotisch es im Leben zugeht und wie dumm oder böse die Menschen sich aufführen, sie sind immer liebenswerte Wesen. „Jeder ist einzigartig und verdient Liebe und Würde“, hat das John C. Reilly, der im aktuellen Film den Ollie spielt, zusammengefasst. Genau daran glaube ich auch.

Matthias Treiber