Bezirkssynode will Zukunft gestalten

Richtungsentscheidung für 2030 getroffen / Haushalt 2020 beschlossen

Dass die Bezirkssynode ihrer Arbeit trotz anstehender Neuwahlen „nicht auslaufen lässt, sondern noch gravierende Richtungsentscheidungen“ treffen muss, betonte Stefan Gasch, der scheidende Vorsitzende des Heilbronner Kirchenparlaments, gleich zu Beginn der Sitzung am vergangenen Freitag in den Räumen der LebensWerkstatt in Böckingen. 77 Delegierte der evangelischen Kirche zwischen Ilsfeld und Bad Wimpfen hatten sich dort versammelt, um zunächst den Jahresbericht von Dekan Christoph Baisch entgegenzunehmen.

Baisch lobte das ehrenamtliche Engagement im „Kirchengarten“ auf der BUGA. Wie Buga-Pfarrerin Esther Sauer erklärte, haben dort über 600 Veranstaltungen stattgefunden, die zusammen mit den vielen Besuchern von 200 dauerpräsenten Freiwilligen betreut wurden. Kirche, so Baisch, lebe von Menschen, die sich mit Ideen, Ausdauer und Glauben einbrächten. Zur Rolle der Kirche in der Gesellschaft merkte der Dekan an, dass die Kirche sich der aggressiven Unkultur in der gesellschaftlichen Kommunikation mit einer Haltung der Begegnung entgegenstellen müsse. Dem Antisemitismus müsse die Kirche mit einer Haltung entgegentreten, „die die Verbundenheit mit Israel und den jüdischen Gemeinden lebt.“

Lebhafte Diskussionen gab es um die anstehende Richtungsentscheidungen, mit denen der Kirchenbezirk bis 2030 seine jährlichen Ausgaben um 450.000 € reduzieren möchte. Baisch machte deutlich, dass dies nur gehe, wenn die großen Ausgabenblöcke, Diakonie, Kindergärten und Diakonat sowie Immobilien angegangen werden. Die Synode beschloss mit großer Mehrheit dieses Konzept und reduzierte in einem ersten Schritt die Zahl der Diakone, von denen derzeit sowieso drei Stellen frei und schwer zu besetzen sind, von acht auf sieben.

Die finanziellen Rahmenbedingungen hatte Kirchenbezirksrechner Arno Bernauer dargestellt. Die Zahl der Kirchenmitglieder im Bezirk werde, so prognostiziert, bis in elf Jahren von 60.000 auf 48.000 sinken. Entsprechend müssten die Kirchengemeinden, die die Arbeit des Bezirks finanzieren, statt jetzt 34,63 € im Jahr 2030 53,34 € je Mitglied aufwenden. Jedes Jahr, das man mit Kürzungen warte, verschärfe die Lage. Dekan Baisch äußerte sich optimistisch, dass die evangelische Kirche die Anpassung der Strukturen aktiv und positiv gestalten könne.

Die Kirchensynode genehmigte den von Kirchenbezirksrechner Arno Bernauer vorgelegten Haushaltsplan für das kommenden Jahr. Während die Kirchengemeinden die Arbeit vor Ort bestreiten und die Pfarrer aus landeskirchlichen Mitteln besoldet werden, trägt der Kirchenbezirk vor allem übergemeindliche Aufgaben in Stadt- und Landkreis Heilbronn. An vorderster Stelle stehen dabei die kirchliche Sozialarbeit der Diakonie, die mit 719.960 € aus Kirchensteuermitteln finanziert wird, und die evangelischen Kindergärten, für die die Bezirksgemeinden zusammen 607.530 Euro aus Kirchensteuermitteln aufwenden. Für die Arbeit der Jugendreferenten und für die Diakone in der Pflegeheimseelsorge gibt die Kirche im kommenden Jahr 704.020 Euro aus.  

Matthias Treiber