Gesamkirchengemeinderat tagt

Michael Kannenberg zum Vorsitzenden gewählt und Haushalt 2020 beschlossen

Aufgrund der Corona-Krise überfällig war die Sitzung des Gesamtkirchengemeinderats der evangelische Kirche in Heilbronn am Montag, 25. Mai 2020, bei dem nach den Kirchenwahl im Dezember vergangenen Jahres nun der neue Vorsitzende gewählt und der Haushalt für das laufende Jahr verabschiedet wurden.

Mit zwanzig Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung wurde Dr. Michael Kannenberg erneut Vorsitzender der Ev.Gesamtkirchengemeinde Heilbronn, die die evangelischen Christen in der Kernstadt Heilbronn und Heilbronn-Sontheim umfasst.

Die Gesamtkirchengemeinde Heilbronn ist vor allem für Personal, Gebäude, die Kindergartenarbeit und den Gaffenberg zuständig. Entsprechend wurden nun auch die zugehörigen Ausschüsse besetzt.

Gewählt wurden in den Bauausschuss Daniel Anselm, Sven Baumann, Karl-Heinz Fromm, Lukas Hartlieb, Jan Klöters, Patrick Römer und Ingo Seeliger. Im Gaffenbergausschuss sind zukünftig Florian Baasch, Lukas Hartlieb, Uwe Kaiser, Dr. Hermann Paul, Hartmut Seitz-Bay und Inge Stuwe. In den Kindergartenausschuss wurden gewählt Marianne Kugler-Wendt, Petra Stadel, Judith Wiesebrock und Steven Häusinger.

In seinem kurzen Bericht ging Dekan Christoph Baisch auf die Herausforderungen durch die Corona-Krise ein. Den Verzicht auf Präsenzgottesdienste und den Schutz des Nächsten gegeneinander abzuwägen, sei immer noch eine Herausforderung. Baisch würdigte die zahlreichen Versuche, für Gottesdienste und Seelsorge digitalen und analogen Ersatz zu schaffen. Hier sei vieles entstanden. Nicht zuletzt sehe sich auch die umfangreiche Kindergartenarbeit der Kirche vor große Herausforderungen gestellt.

Des weiteren teilte der Heilbronner Dekan mit, dass noch kein Nachfolger für den scheidenden Kirchenpfleger Rolf Krieg gewählt werden konnte. Auch seien gegenwärtig Diakonenstellen im Bereich Alten- und Pflegeheimseelsorge unbesetzt.

In seinem Bericht zum Haushaltsplan 2020 betonte Kirchenpfleger Rolf Krieg, dass durch die Corona Krise „alles ganz anders“ sei. Auf dem Gaffenberg herrsche Leere und es gäbe keine Einnahmen, ebenso im Bereich der Kirchenmusik. Dennoch bat er darum, den bereits im Februar erstellten Haushaltsplan in der vorliegenden Form zu genehmigen, damit in diesem Jahr auf dessen Basis gearbeitet werden könne. Der Oberkirchenrat habe ein Warnsignal für das kommende Jahr mit Mindereinnahmen bei der Kirchensteuer von rund 20 Prozent angekündigt. Da in den letzten Jahren eine große Ausgleichsrücklage angespart wurde, können man dies zwar zum größten Teil abfangen. Die Frage bleibe aber, ob aus dem nun mageren Jahr für die Kirche wie in der Bibel sieben magere Jahre würden.

Erfreulicherweise habe die Gesamtkirchengemeinde keine Schulden und eine Rücklage, die notwendige Baumaßnahmen zulasse. Die Personalausgaben seien durch Änderungen der Vergütungsgruppen deutlich gestiegen. Aktuell stehen der Neubau des Südgemeindehauses mit dreizügigem Kindergarten und die Sanierung der Nikolaikirche in der Sülmerstraße an. Mit beidem soll im August begonnen werden.

Insgesamt umfasst der Haushalt der Gesamtkirchengemeinde Heilbronn Einnahmen und Ausgaben von gut 22 Millionen Euro, was zum großen Teil durchlaufende Gelder vor allem im Bereich der Kindergartenarbeit und Rücklagenentnahmen für Baumaßnahmen sind. An Kirchensteuermitteln erhält die Gesamtkirchengemeinde Heilbronn 2.471.700 Euro, 37.000 Euro weniger als im Vorjahr. Der Haushalt des Gaffenbergs hat ein Volumen von 660.600 Euro. Aus Kirchensteuermitteln fließen die Kindergartenarbeit rund 504.000 Euro jährlich.

Matthias Treiber