Herbstsynode des Kirchenbezirks

Dekan Baisch: Zuversicht statt Untergangsdebatten

Der wiedergewählte Kirchenbezirksrechner Arno Bernauer bei der Vorstellung des Haushaltsplans 2019 (Foto: Treiber)

Mit einer Verabschiedung eröffnete Stefan Gasch, Vorsitzender der Heilbronner Kirchenbezirkssynode, deren Herbsttagung am vergangenen Freitagabend in Heilbronn. Die Prädikaten Walter Conrad und Friedrich Schütz mussten wegen Erreichung der Altersgrenze von 75 Jahren aus dem Dienst als ehrenamtliche Prediger entlassen werden. Im Durchschnitt dreizehn Mal standen sie jährlich auf Kirchenkanzeln in Heilbronn.

Seine ersten Eindrücke nach gut hundert Tagen als Heilbronner Dekan schilderte Christoph Baisch in seinem ersten Jahresbericht. Beeindruckt zeigte er sich von den zahlreichen Versuchen in den Kirchengemeinden, einladender und attraktiver zu werden, oder sich wie zum Beispiel auf dem Gaffenberg kreativ der Aufgabe der Inklusion zu widmen. Deswegen, so Baisch, wolle er mit einem zuversichtlichen Grundton in die Zukunft blicken. Trotz der Kürzung von Pfarrstellen und sinkender Gemeindegliederzahlen seien Untergangsdebatten fehl am Platz. Es gehe darum, über die Gestaltung der Zukunft zu reden. Hierbei müsse gefragt werden, ob die Strukturen noch den Aufgaben gerecht seien. Letztlich mache ich ihm die Größe, Buntheit und Engagiertheit in der Kirche Mut, die Zukunft „begeistert, gefordert und gesegnet“ zu gestalten.

Im Anschluss wählten die anwesenden 92 von 112 Mitgliedern des Heilbronner Kirchenparlaments Arno Bernauer mit 88 Stimmen bei vier Enthaltung wieder zum Kirchenbezirksrechner. Er legte anschließend den „Plan für die kirchliche Arbeit 2019“ mit einer Plansumme von 2.895.380 Euro vor. Finanziert wird dies durch die Kirchenbezirksumlage, bei der alle Kirchengemeinden aus ihren Kirchensteuermitteln im kommenden Jahr je Gemeindeglied 34,36 Euro an den Bezirk abführen müssen.

Während die Kirchengemeinden die Arbeit vor Ort bestreiten und die Pfarrer aus landeskirchlichen Mitteln besoldet werden, trägt der Kirchenbezirk vor allem übergemeindliche Aufgaben in Stadt- und Landkreis Heilbronn. An vorderster Stelle stehen dabei die Ausgaben für die Jugendarbeit durch die Jugendreferenten und für die Diakone in der Altenheimseelsorge (699.920 Euro). Weitere größere Ausgaben tätig der Bezirk für die soziale Arbeit der Diakonie (669.220 Euro) und die Kindertagesstätten, für die aus Kirchensteuermitteln 607.530 Euro aufgewendet werden.

Während einzelne Arbeitsfelder der Diakonie wie zum Beispiel Suchtberatung oder schulische Sozialarbeit zum größten Teil aus öffentlichen Mitteln finanziert werden, gibt es andere Arbeitsbereiche kirchlicher Sozialarbeit, für die die Kirche erhebliche eigene Mittel aus Kirchensteuer und Spenden aufwendet. Darauf mache Karl Friedrich Bretz, der Geschäftsführer des Kreisdiakonieverbandes Heilbronn, aufmerksam. So sind dies für die Arbeit der Mitternachtsmission im laufenden Jahr 814.000 Euro jährlich, für die offene Senioren- und Stadtteilarbeit 389.000 Euro, die Hilfe für Migranten 334.000 Euro und die Psychologischen Beratungsstelle 312.000 Euro. 

Matthias Treiber

> Den Jahresbericht von Dekan Baisch können Sie hier ansehen oder downloaden.